Laser-cut or forged blade?

Laser-geschnittene oder geschmiedete Klinge?

Warum der Herstellungsprozess einer Klinge wirklich zählt

Auf den ersten Blick können zwei Messerklingen identisch aussehen.

Gleiche Form. Gleicher Stahl. Gleiche Schärfe.

Doch wie eine Klinge hergestellt wird, entscheidet darüber, wie sie sich bewährt – nicht nur am ersten Tag, sondern nach Monaten und Jahren echter Nutzung.

Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen einer Klinge, deren Form durch Schneiden oder Stanzen entsteht, und einer Klinge, die anschließend zusätzlich im Gesenk geschmiedet (drop-hammer forged) wird. Der Unterschied ist nicht immer sofort sichtbar – aber mit der Zeit wird er deutlich.

Schneiden oder Stanzen: Die Form entsteht

Das Schneiden oder Stanzen einer Klinge aus einem Stahlblech ist ein effizienter Weg, um die Grundform eines Messers festzulegen. Das Ergebnis ist präzise, gleichmäßig und gut reproduzierbar. Für viele Messer endet der Herstellungsprozess an dieser Stelle.

Eine Klinge, die lediglich geschnitten oder gestanzt wurde, kann scharf sein und gut funktionieren. Die innere Struktur des Stahls bleibt jedoch weitgehend unverändert gegenüber dem ursprünglichen Flachmaterial. Der Stahl wurde in Form gebracht, aber nicht bearbeitet, um Festigkeit, Zähigkeit oder langfristige Schnitthaltigkeit gezielt zu optimieren.

Schneiden und Stanzen definieren die Form der Klinge – aber nicht, wie sie sich über die Zeit hinweg verhält.

Schmieden: Wenn der Stahl wirklich arbeitet

Bei Roselli ist dies erst der Anfang unserer Premium-Kohlenstoffstahlmesser. Sobald die Grundform der Klinge feststeht, wird sie erhitzt und im Fallhammer geschmiedet. Unter wiederholten, kraftvollen Schlägen wird der Stahl verdichtet und verfeinert. Das ist kein kosmetischer Schritt, sondern eine bewusste metallurgische Entscheidung, die sich direkt auf die Leistung der Klinge im praktischen Einsatz auswirkt.

Beim Fallhammerschmieden wird das Material dichter, die Kornstruktur verfeinert, die inneren Faserverläufe des Stahls ausgerichtet und die Dichte erhöht sich – insbesondere entlang der Schneide. Das Ergebnis ist eine robustere, stabilere und widerstandsfähigere Klinge.

Hier entstehen die wahren Eigenschaften der Klinge.


Was bedeutet das in der Praxis?

Der Unterschied zwischen einer Klinge, die nur geschnitten oder gestanzt wurde, und einer fallhammergeschmiedeten Klinge ist nicht immer sofort erkennbar. Doch mit der Nutzung tritt er deutlich zutage.

Eine fallhammergeschmiedete Klinge bietet:

  • höhere Schneidenstabilität
  • länger anhaltende Schärfe zwischen den Schleifintervallen
  • erhöhte Zähigkeit
  • eine gleichmäßigere Wärmebehandlung, bei der die Härte konsistenter über die gesamte Klinge verteilt ist

Es geht dabei nicht darum, wie ein Messer im Neuzustand funktioniert, sondern darum, wie es sich bewährt, nachdem es wirklich benutzt wurde.


Warum macht das nicht jeder?

Weil es Zeit braucht.

Fallhammerschmieden erfordert Erfahrung, ein feines Gespür für das Material, manuelle Arbeit und ein langsameres Arbeitstempo. Es eignet sich nicht für die Massenproduktion und lässt sich nicht beschleunigen. Jede einzelne Klinge verlangt Aufmerksamkeit.

Genau deshalb tun wir es.

Verschiedene Wege zur Leistung

Es ist wichtig, hier klar zu unterscheiden. Das Fallhammerschmieden kommt bei unseren Messern aus Premium-Kohlenstoffstahl zum Einsatz.

Unser Ultra High Carbon (UHC) Steel folgt einem anderen Prozess, der speziell entwickelt wurde, um extreme Härte und außergewöhnliche Schnitthaltigkeit zu erreichen. Es ist ein Stahl mit eigenen Eigenschaften, Anforderungen und Fertigungsmethoden.

Sowohl UHC Steel als auch Premium Carbon Steel sind Roselli-Stähle, konzipiert für den realen Einsatz. Sie erreichen ihre Leistungsfähigkeit jedoch auf unterschiedlichen Wegen.

Auf den Bildern sehen Sie zwei Klingen, die vom selben Ausgangspunkt starten. Die eine wurde geformt und fertiggestellt. Die andere ging weiter unter den Fallhammer. Der Unterschied liegt nicht in der Form, sondern darin, wie der Stahl bearbeitet wurde – und darin, wie sich die Klinge über die Zeit hinweg bewährt.

Ein Werkzeug, kein Verbrauchsgegenstand

Bei Roselli ging es uns nie um Stückzahlen. Wir stellen keine Messer her, die zum Ersetzen gedacht sind.

Wir fertigen Werkzeuge, die benutzt, geschärft und durch Arbeit geprägt werden – und denen man über Jahre hinweg vertraut. Genau deshalb investieren wir mehr Aufwand in das, was nicht immer sichtbar ist.

Gleicher Stahl. Mehr Arbeit. Weniger Kompromisse.

Ein Roselli-Messer aus Premium-Kohlenstoffstahl ist auf Langlebigkeit geschmiedet. Ein Messer fürs Leben.

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